LUFO KLIMA VII-1 - Verbundprojekt: FoWA - Fortgeschrittene Branderkennung
Ziele

FoWA verfolgt das Ziel, die Sicherheit in der Luftfahrt durch einen neuartigen Brandmelder signifikant zu erhöhen. Das System soll Lithium-Ionen-Akkubrände frühzeitig erkennen und die Fehlalarmquote um mindestens 30% senken. Hierzu werden die Detektion eines Spurengases und die von Aerosolen kombiniert. Der Brandmelder wird modular aufgebaut, um eine automatisierte Herstellung zu ermöglichen. Neben der Erhöhung der Sicherheit trägt das Projekt zur Kostensenkung und zur Reduktion klimaschädlicher Halon-Emissionen bei und unterstützt damit die Nachhaltigkeitsziele der Luftfahrt.
Beteiligte Partner
- Diehl Aviation Gilching GmbH
- UST Umweltsensortechnik GmbH
- Universität Duisburg-Essen
- Airbus (Assoziierter Partner)
Verbundprojektinhalt
Die zunehmende Verbreitung von Lithium-Ionen-Akkus stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko in der Luftfahrt dar. Akkubrände entstehen oft ohne Vorwarnung und können sich explosionsartig entwickeln. Klassische Rauchmelder erkennen solche Brände erst spät und verursachen zudem eine hohe Fehlalarmquote. Dies führt zu unnötigen Flugabbrüchen und dem Einsatz von Halon-Löschsystemen, die klimaschädlich sind. Die Herausforderung besteht darin, ein System zu entwickeln, das Brände bereits in der Entstehungsphase erkennt, Fehlalarme deutlich reduziert und die strengen Anforderungen der Luftfahrt erfüllt.
Verbundbeschreibung
FoWA ist als kooperatives Forschungsprojekt zwischen Industrie und Wissenschaft organisiert. Diehl Aviation Gilching GmbH koordiniert das Projekt und entwickelt das Gesamtsystem. Die UST Umweltsensortechnik GmbH steuert ihre Erfahrung in der Gas-Sensorik bei und entwickelt einen hochempfindlichen Gassensor für die Erkennung von ausgewählten Reaktionsgasen und gasförmig desorbierenden Substanzen auf Aerosolen, die bei Lithium-Ionen-Akkubränden entstehen. Die Universität Duisburg-Essen erforscht neue optische Verfahren, um Rauch sicher von Täuschaerosolen zu unterscheiden und Fehlalarme zu reduzieren. Airbus begleitet das Projekt als assoziierter Partner und unterstützt bei Zulassung und Integration ins Flugzeug.
Teilvorhaben der UST Umweltsensortechnik GmbH
Die UST Umweltsensortechnik GmbH entwickelt in FoWA ein neuartiges druckkompensiertes Gas-Sensormodul für den Rauchmelder. Das Sensorsystem soll einen neuartigen selektiven MOX-Halbleitergassensor und einen Wärmeleitfähigkeitsdetektor kombinieren. Durch Kombination dieser Messprinzipien können deren Vorteile genutzt, deren Nachteile kompensiert und ein diversitär-redundantes Sensorsystem mit hohem Sicherheitslevel realisiert werden. Durch die Messung von Luftdruck, Feuchte und Temperatur wird die Kompensation diesbezüglicher Einflüsse aus der Einsatzumgebungen auf die Sensorik möglich. Hohe technische Herausforderungen sind insbesondere die hochselektive Detektierbarkeit von niedrigen Konzentrationen, hohe Langzeitstabilität und Zuverlässigkeit, die technologische Realisier- und Reproduzierbarkeit von Sensormodul und dessen Komponenten sowie deren Eignung zur künftigen Serienproduktentwicklung.

im Rahmen des
Luftfahrtforschungsprogramms des Bundes LUFO KLIMA VII-1
